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Kreuzbandriss! Kaum eine Diagnose ist für einen Leistungssportler niederschmetternder als diese. Grund hierfür ist nicht nur die lange Regenerationszeit von im Regelfall mindestens sechs Monaten, sondern auch die Gefahr möglicher Spätfolgen des operativen Eingriffs und die subjektiv oft quälende Ungewissheit, ob das neue Kreuzband den Belastungen auch tatsächlich standhält. Leider ist gerade im Frauenfußball die Diagnose Kreuzbandriss nicht gerade selten. Ist Fußball bereits generell eine Sportart, die mit einem erhöhten Verletzungsrisiko an den Kreuzbändern behaftet ist, ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Verletzung bei Frauen im Vergleich zu männlichen Fußballern – relativ gesehen – drei- bis viermal höher. Große öffentliche Aufmerksamkeit erhielt zuletzt der Kreuzbandriss von Nationalspielerin Kim Kulig (1. FFC Frankfurt), die sich die Verletzung während des WM-Viertelfinals gegen Japan zuzog. Aber auch die Frauenfußball-Abteilung des FC Bayern hat derzeit drei langfristige Ausfälle durch Kreuzbandrisse zu verkraften: Julia Simic, Tanja Wörle und Sarah Puntigam haben sich im Jahr 2011 auf diese Weise verletzt und befinden sich derzeit immer noch im Krankenstand bzw. in der langwierigen Phase der Rehabilitation. Grund genug, sich bei den dreien nach dem aktuellen Gesundheitszustand und den Problemen ihrer Verletzung zu erkundigen.
Julia Simic: Wann und wo ist die Verletzung passiert? Am 13. September 2011 während des ersten Trainings mit der Nationalmannschaft des DFB in Augsburg.
Was hat sich seitdem medizinisch getan? Am Tag nach der Verletzung erfolgte die Operation in Augsburg. Der Heilungsprozess verläuft bislang sehr gut, seit zwei Wochen kann Julia ohne Krücken gehen. Letzte Woche hat eine ärztliche Nachuntersuchung des operierten Kreuzbandes stattgefunden.
Wie arbeitet Julia derzeit an der Rückkehr in den Leistungssport? Die Reha wird federführend von Jan Frieling, Physiotherapeut der Fußballerinnen des FC Bayern, koordiniert. Julia ist dort täglich, auch am Wochenende, mindestens einmal in Behandlung. Neben der Muskellockerung werden Strom- und Elektrotherapien durchgeführt. Zudem trainiert Julia mittlerweile im Reha-Center „Heros“ und ist mindestens zweimal täglich auf dem Rad oder beim Aquajogging aktiv.
Wie füllt Julia die verbleibende Zeit aus? Vor drei Wochen haben an der Uni die Vorlesungen wieder begonnen, so dass das Studium der Sportwissenschaften wieder einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Die geistige Anstrengung stellt jedoch einen guten Ausgleich zur sportlichen Belastung dar, auch in Phasen der Reha.
Wie hält sie während der Verletzungszeit den Kontakt zu Trainer und Mannschaft? Um am Mannschaftsgeschehen dran zu bleiben, schaut sie ein- bis zweimal in der Woche beim Training vorbei und ist natürlich auch bei den Heimspielen vor Ort. So hat sie kürzlich in der Halbzeitpause des Pokalspiels gegen Jena in gewohnt charmanter Manier die Auslosung der Weihnachtsengel-Aktion übernommen. Zudem verbringt sie ohnehin mit einigen Spielerinnen einen Großteil ihrer Freizeit, so dass Julia über aktuelle Neuigkeiten stets bestens informiert ist.
Wann sehen wir Julia wieder auf dem Platz? Julia: „Zur Rückkehr möchte ich keine genaue zeitliche Prognose abgeben. Normalerweise sagt man bei Kreuzbändern ca. sechs bis acht Monate Pause, bei einigen dauert`s aber länger, andere hingegen stehen schon nach fünf Monaten wieder auf dem Platz. Ich selbst möchte mich da nicht unter Druck setzen, aber natürlich Vollgas in der Reha geben, um dann so schnell wie möglich wieder auf dem Platz zu stehen und der Mannschaft zu helfen.“
>> Wie geht es Tanja Wörle? >> Wie geht es Sarah Puntigam?
   
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