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11.11.2009: FC Bayern München

Bayerns Champions League Traum endet nach 105 Minuten: 0:1 n.V. gegen Montpellier HSC

Mandy Islacker nach dem Aus gegen Montpellier HSC195 Minuten versuchten die Teams des FC Bayern München und des Montpellier HSC ein Tor zu schießen. Doch weder im Hinspiel noch in der regulären Spielzeit des Rückspiel gelang das. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Verlängerung war es schließlich Montpellier, die mit einem Konter den entscheidenden Siegtreffer erzielten.

Vor und nach dem Treffer sahen die 810 Zuschauer, darunter Gerd Müller und Paul Breitner, in Aschheim einen engagiert spielenden FC Bayern und einen sehr geschickt und ballsicher verteidigenden Montpellier HSC.

Bayern-Trainer Günther Wörle: "International ist uns Montpellier offenbar einen Schritt voraus. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen. Letztlich entscheidet dann doch eine individuelle Klasse einer Spielerin wie der 112fachen Nationalspielerin Lattaf."

HSC-Trainerin Sarah M'barek hatte eine klare Taktik ausgegeben, die ihre Spielerinnen perfekt umsetzten: Mit acht Spielerinnen verteidigen und vorne auf die schnellen Hoda Lattaf und Marie-Laure Delie hoffen. M'barek: "Wir kamen als Aussenseiter nach München. Das Wichtigste war heute unsere Defensive, in der wir sehr gut gearbeitet haben. Wir haben das bis zum Schluss durchgezogen und den entscheidenden Konter erfolgreich abgeschlossen. Aber selbst vor einem Elfmeterschiessen hätte ich keine Angst gehabt: Darin ist unsere Torfrau Spezialistin!"

Interessant wären die taktische Änderungen gewesen, wenn Montpellier in Rückstand gekommen wäre. Doch an den, in dieser Saison noch ungeschlagenen Gästen, bissen sich die Bayern heute förmlich die Zähne aus. Günther Wörle: "Montpellier ist in der Abwehr sehr stark. Wir sind nur schwer in die Gänge gekommen. Montpellier hat uns zermürbt, immer wieder gedoppelt und auf einen Fehler gewartet. Allerdings: Dem Tor ging ein klares Foul voraus! Montpellier traue ich im weiteren Verlauf der Champions League noch viel zu."

11.11.2009, 19 Uhr, Sportpark Aschheim: FC Bayern München - Montpellier HSCIn Hälfte eins tat sich lange wenig. Bayern hatte mehr vom Spiel und beherrschte das Feld bis 20 Meter vor dem französischen Tor. Da war dann Schluss mit lustig und ein ums andere Mal gewannen die HSC-Spielerinnen den Ball. Dann versuchten sie immer, von hinten heraus zu spielen und einen Konter zu fahren. Nach 19 Minuten dann kleine Chance der Bayern: Ein Heber von Nina Aigner aus 20-Meter klatschte von oben auf die Latte. Zum Ende der erste Hälfte hin kamen die Französinnen etwas besser ins Spiel: Delie und Lattaf scheiterten an Bayern-Torfrau Kathrin Längert bzw. schossen daneben.

Nach dem Seitenwechsel gleich eine Schrecksekunde für den FCB: Elodie Ramos war plötzlich alleine vor Bayern-Keeperin Kathrin Längert, die gerade noch zur Ecke klären konnte. Wenig später verletzte sich Vanessa Bürki am linken Sprunggelenk, als sie über die gegnerische Torfrau sprang. Isabell Bachor kam für Bürki zu ihrem Heimdebüt für den FC Bayern (54.). Wenig später musste auch Nicole Banecki raus: Nach einem Schlag auf ihren schon angeschlagenen Oberschenkel kam Stefanie Mirlach ins Spiel (59.).

Danach hatten Nina Aigner per Freistoß (65.) und Seitfallzieher (73.), sowie Stefanie Mirlach per Schuss (76.) gute Gelegenheiten. Auf der Gegenseite schoss Delie von der Strafraumgrenze am Tor vorbei (82.). Kurz vor dem Schlusspfiff schoss Lattaf einen Konter mit einem Schuss über das Bayerntor ab. Daher ging es mit einem 0:0 in die Verlängerung.

In der Verlängerung waren Höhepunkte zunächst Mangelware. Gegen Ende der ersten 15 Minuten kamen die Bayern plötzlich besser ins Spiel. Auch weil nun Bianca Rech etwas offensiver spielte und mit ihrem aggressiven Spiel einige Offensiv-Zweikämpfe gewann. Erstmals gelang es, Druck aufs französiche Tor zu erzeugen. Julia Simic schoss zweimal aus der Distanz knapp vorbei. Genau in diese Phase fiel aber das am Ende entscheidende Tor: In der Nachspielzeit brach Ramos über rechts durch und legte quer auf Lattaf, die den Ball eiskalt nur noch über die Linie drücken musste: 0:1 (105.+3).

Nach dem erneuten Seitenwechsel versuchten die Bayern noch einmal Alles: Doch der Schlüssel zum Knacken des HSC-Abwehrpanzerschrankes wurde vom FCB heute nicht mehr gefunden. Ecken, Schüsse, Flanken. Alle verfügbaren Mittel fanden ihr Ende in der französischen Abwehr.

Daher blieb es bei 0:1 und dem Champions League Aus des FCB.

Ausruhen können sich die Bayern nicht: Bereits am kommenden Sonntag geht es ab 13 Uhr gegen den VfL Wolfsburg im DFB-Pokal erneut in ein KO-Spiel.

Von Bernhard Kux


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