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Sonja Spieler
im Interview
Sonja
Spieler wechselte im Sommer 2002 vom Regionalligisten TSV Tettnang zum
FC Bayern in die Bundesliga. Mittlerweile ist sie fester Bestandteil des
Teams. Nach dem Testspiel gegen Jungingen befragte fcbayern-frauenfussball.de
die Mittelfeldspielerin:
Vor
einem halben Jahr bist Du zum FC Bayern gewechselt. Mit welchen Vorstellungen
bist Du zum FC Bayern gekommen?
Bevor ich zum FCB wechselte, erkundigte ich mich bei meinen Nationalmannschaftskolleginnen
Nina Aigner und Gerti Stallinger. Daher wusste ich ungefähr, was auf
mich zukommt. Aber dann wirklich in die Säbener Straße zu fahren und
dort Fußball zu spielen ist dann schon ein tolles Erlebnis.
Hattest Du Gelegenheit München kennen
zu lernen?
Während der Woche arbeite ich in Bregenz und komme zum Freitagstraining
und den Spielen nach München. Leider blieb bisher wenig Zeit, mir
München genauer anzuschauen.
Mit über 40 Länderspielen bist Du eine
der Vorzeigespielerinnen Österreichs. Wie wird Frauenfußball in Österreich
und speziell in Vorarlberg wahrgenommen?
Der Frauenfußball in Vorarlberg steht innerhalb Österreichs gut
da. Zusammen mit Tirol und Wien bilden diese Bundesländer den Schwerpunkt
des Frauenfußballs in Österreich. Allerdings könnten das Medieninteresse
und die Zuschauerzahlen besser sein. |
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Wann wirst Du das nächste Mal für Österreich spielen?
Im April ist ein Lehrgang. Das nächste Spiel zur EM-Qualifikation findet
dann im Mai gegen Armenien statt.
Welche Länderspiele bestreitet die österreichische Nationalmannschaft?
Freundschaftsspiele und Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft.
WM-Qualifikationsspiele machen wohl erst dann Sinn, wenn wir in Europa besser
mithalten können.
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Regionalliga und Bundesliga?
Der zeitliche Aufwand ist um einiges höher. Zum Beispiel trainiert man
in der Regionalliga maximal dreimal pro Woche. In der Bundesliga sind dagegen
vier Trainingseinheiten je Woche üblich. Zudem sind die Spiele der Bundesliga
einen Tick schneller. Auch der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft
ist viel intensiver. Wobei dieser sehr positiv und fair abläuft.
Anfangs warst du noch keine Stammspielerin. Erst im Lauf der Hinrunde
wurdest Du zu einem festen Bestandteil des Teams. Stimmt dieser Eindruck?
Leider verletzte ich mich im ersten Vorbereitungsspiel am Knöchel und
fiel sechs Wochen aus. Dadurch verpasste ich einen Großteil der Vorbereitung
und musste viel nachholen.
Wie lassen sich Bundesligafußball und Arbeit unter einen Hut bringen?
Es ist machbar, aber nicht immer einfach. Mein Arbeitgeber ist dabei
sehr kooperativ und hilft mir sehr. Stressig sind vor allem die Auswärtsspiele.
Unter der Woche trainiere ich drei Mal mit den Landesliga-Herren meines
alten Vereins TSV Tettnang. Dadurch kann ich auch den Kontakt mit den meiner
alten Mannschaft halten, was mir auch sehr wichtig ist. Für sonstig Freizeit
bleibt leider wenig Zeit übrig.
Mit diversen Hallenturnieren wurde die Winterpause überbrückt. Wie fandest
Du die Hallensaison?
Der Turniersieg in Lauffen mit einigen jungen Spielerinnen war sehr
gut. Noch besser war der Turniergewinn in Crailsheim mit dem Sieg über unseren
Bundesligakonkurrenten Duisburg.
Spielst du lieber in der Halle oder auf grünem Rasen?
Zum Ende der Hinrunde freute ich mich schon auf die Hallenturniere.
Es machte viel Spaß auch im Winter Fußball zu spielen. Insgesamt bevorzuge
ich aber schon Rasen. Wobei der Kunstrasen an der Säbener Straße sehr gut
ist. Man kann dort mit ganz normalen Fußballschuhen ohne Probleme spielen.
Mit dem Trainingslager in der Türkei geht die Vorbereitung in die heiße
Phase. Welche Ziele siehst du für die Rückrunde?
Im Abwehrbereich stehen wir bereits sehr gut. Nach dem Weggang von Pavlina
werden wir vor allem unser Offensivspiel verbessern müssen. Zudem kann ich
mich sicher persönlich noch steigern.
Gibt es ein Spiel der Rückrunde, auf dass Du dich besonders freust?
Ja, auf das Spiel beim FFC Frankfurt. An Spiele gegen Frankfurt habe
ich sehr gute Erinnerungen. Die Revanche für das Pokal aus ist hier das
Ziel.
Was sind Deine Ziele für die Zukunft?
Einen Titel gewinnen! Zum Beispiel den DFB-Pokal.
Deine Lieblingsautorin Gaby
Hauptmann lebt wie du in der Bodensee-Gegend. Hast du einen speziellen
Bezug zu ihr?
Einen örtlichen Bezug zu ihr habe ich nicht. Ihre Bücher sind sehr witzig
und sehr gut zu lesen.
Ihre Bücher tragen Titel wie "Ein Liebhaber ist noch zu wenig" und "Nur
ein toter Mann ist ein guter Mann". Zusammen mit Deinem anderen Lieblingsschriftsteller
Steven King ergibt das eine interessante Mischung. Müssen Männer vor Dir
Angst haben?
(schmunzelnd und augenzwinkernd) Hin und wieder.
Gibt es noch etwas, was du den Fans auf diesem Weg mitteilen möchtest?
Wir haben die besten und treuesten Fans der Bundesliga. Bewundernswert,
wie sie weite Wege und auch Minustemperaturen auf sich nehmen: Wenn ein
Spiel ist, sind sie da und unterstützen uns super.
Sonja, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!
Aufgezeichnet und verfasst von Bernhard
Kux
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