Spielersuche: 
 Startseite      Newsletter      Gästebuch      Unterstützer       English     Impressum      Kontakt    

Deutscher Fußballbund
SoccerMagazin.de und Tabellator.de: Die Technik hinter fcbayern-frauenfussball.de
Unsere Freunde vom FC Aschheim
Unsere Freunde vom TSV Schäftlarn
Interviews > Sonja Spieler, 28.2.2003

Sonja Spieler im Interview
Sonja Spieler wechselte im Sommer 2002 vom Regionalligisten TSV Tettnang zum FC Bayern in die Bundesliga. Mittlerweile ist sie fester Bestandteil des Teams. Nach dem Testspiel gegen Jungingen befragte fcbayern-frauenfussball.de die Mittelfeldspielerin:

Vor einem halben Jahr bist Du zum FC Bayern gewechselt. Mit welchen Vorstellungen bist Du zum FC Bayern gekommen?
Bevor ich zum FCB wechselte, erkundigte ich mich bei meinen Nationalmannschaftskolleginnen Nina Aigner und Gerti Stallinger. Daher wusste ich ungefähr, was auf mich zukommt. Aber dann wirklich in die Säbener Straße zu fahren und dort Fußball zu spielen ist dann schon ein tolles Erlebnis.


Hattest Du Gelegenheit München kennen zu lernen?
Während der Woche arbeite ich in Bregenz und komme zum Freitagstraining und den Spielen nach München. Leider blieb bisher wenig Zeit, mir München genauer anzuschauen.


Mit über 40 Länderspielen bist Du eine der Vorzeigespielerinnen Österreichs. Wie wird Frauenfußball in Österreich und speziell in Vorarlberg wahrgenommen?
Der Frauenfußball in Vorarlberg steht innerhalb Österreichs gut da. Zusammen mit Tirol und Wien bilden diese Bundesländer den Schwerpunkt des Frauenfußballs in Österreich. Allerdings könnten das Medieninteresse und die Zuschauerzahlen besser sein.
Steckbrief Sonja Spieler

Wann wirst Du das nächste Mal für Österreich spielen?
Im April ist ein Lehrgang. Das nächste Spiel zur EM-Qualifikation findet dann im Mai gegen Armenien statt.

Welche Länderspiele bestreitet die österreichische Nationalmannschaft?
Freundschaftsspiele und Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft. WM-Qualifikationsspiele machen wohl erst dann Sinn, wenn wir in Europa besser mithalten können.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Regionalliga und Bundesliga?
Der zeitliche Aufwand ist um einiges höher. Zum Beispiel trainiert man in der Regionalliga maximal dreimal pro Woche. In der Bundesliga sind dagegen vier Trainingseinheiten je Woche üblich. Zudem sind die Spiele der Bundesliga einen Tick schneller. Auch der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft ist viel intensiver. Wobei dieser sehr positiv und fair abläuft.

Anfangs warst du noch keine Stammspielerin. Erst im Lauf der Hinrunde wurdest Du zu einem festen Bestandteil des Teams. Stimmt dieser Eindruck?
Leider verletzte ich mich im ersten Vorbereitungsspiel am Knöchel und fiel sechs Wochen aus. Dadurch verpasste ich einen Großteil der Vorbereitung und musste viel nachholen.

Wie lassen sich Bundesligafußball und Arbeit unter einen Hut bringen?
Es ist machbar, aber nicht immer einfach. Mein Arbeitgeber ist dabei sehr kooperativ und hilft mir sehr. Stressig sind vor allem die Auswärtsspiele. Unter der Woche trainiere ich drei Mal mit den Landesliga-Herren meines alten Vereins TSV Tettnang. Dadurch kann ich auch den Kontakt mit den meiner alten Mannschaft halten, was mir auch sehr wichtig ist. Für sonstig Freizeit bleibt leider wenig Zeit übrig.

Mit diversen Hallenturnieren wurde die Winterpause überbrückt. Wie fandest Du die Hallensaison?
Der Turniersieg in Lauffen mit einigen jungen Spielerinnen war sehr gut. Noch besser war der Turniergewinn in Crailsheim mit dem Sieg über unseren Bundesligakonkurrenten Duisburg.

Spielst du lieber in der Halle oder auf grünem Rasen?
Zum Ende der Hinrunde freute ich mich schon auf die Hallenturniere. Es machte viel Spaß auch im Winter Fußball zu spielen. Insgesamt bevorzuge ich aber schon Rasen. Wobei der Kunstrasen an der Säbener Straße sehr gut ist. Man kann dort mit ganz normalen Fußballschuhen ohne Probleme spielen.

Mit dem Trainingslager in der Türkei geht die Vorbereitung in die heiße Phase. Welche Ziele siehst du für die Rückrunde?
Im Abwehrbereich stehen wir bereits sehr gut. Nach dem Weggang von Pavlina werden wir vor allem unser Offensivspiel verbessern müssen. Zudem kann ich mich sicher persönlich noch steigern.

Gibt es ein Spiel der Rückrunde, auf dass Du dich besonders freust?
Ja, auf das Spiel beim FFC Frankfurt. An Spiele gegen Frankfurt habe ich sehr gute Erinnerungen. Die Revanche für das Pokal aus ist hier das Ziel.

Was sind Deine Ziele für die Zukunft?
Einen Titel gewinnen! Zum Beispiel den DFB-Pokal.

Deine Lieblingsautorin Gaby Hauptmann lebt wie du in der Bodensee-Gegend. Hast du einen speziellen Bezug zu ihr?
Einen örtlichen Bezug zu ihr habe ich nicht. Ihre Bücher sind sehr witzig und sehr gut zu lesen.

Ihre Bücher tragen Titel wie "Ein Liebhaber ist noch zu wenig" und "Nur ein toter Mann ist ein guter Mann". Zusammen mit Deinem anderen Lieblingsschriftsteller Steven King ergibt das eine interessante Mischung. Müssen Männer vor Dir Angst haben?
(schmunzelnd und augenzwinkernd) Hin und wieder.

Gibt es noch etwas, was du den Fans auf diesem Weg mitteilen möchtest?
Wir haben die besten und treuesten Fans der Bundesliga. Bewundernswert, wie sie weite Wege und auch Minustemperaturen auf sich nehmen: Wenn ein Spiel ist, sind sie da und unterstützen uns super.

Sonja, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!



Aufgezeichnet und verfasst von Bernhard Kux