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Interviews > Uli Schmetz, 23.5.2005

Uli goes UK
Deutschlands Nummer Drei

Derzeit in Bitburg bei der Nationalmannschaft weilend, unterhielt sich Torhüterin Uli Schmetz mit fcbayern-frauenfussball.de. Lesen Sie hier ihre ersten Reaktionen zu ihrer EM-Nominierung:

Wo bist Du gerade?

Gute Frage. (kurze Pause) In Bitburg!

Wann und wo hast Du von Deiner EM-Nominierung erfahren?
Bundestrainerin Tina Theune-Meyer rief mich kurz nach dem Spiel gegen Essen an. Als ich ihre Rufnummer im Handydisplay sah, rechnete ich schon mit dem Schlimmsten.

Wie sieht der Fahrplan bis zur EM aus?
Bis Freitag dauert der Lehrgang hier in Bitburg. Wie es dann weitergeht weiß ich noch gar nicht so genau. Ich glaube, am Donnerstag den 2.6. geht der Flieger nach England.

Wie ist Dein Verhältnis zu den anderen Torhüterinnen?
Silke (Rottenberg, Anm. d.Red.) kenne ich schon von ein paar Lehrgängen. Mit ihr habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Sie ist die klare Nummer eins und hat nichts zu befürchten. Natze (Nadine Angerer, Anm. d.Red.) kenne ich schon lange. Schon vor Jahren beim FFC Wacker München und später beim FC Bayern habe ich mir ihr zusammengespielt. Sie war schon damals stets die Nummer Eins, heute wie früher haben wir ein sehr gutes und faires Verhältnis.

Wer ist Deine Zimmergenossin bei der Nationalmannschaft?

Wenn das nicht zugeteilt wird, Petra Wimbersky. Sie hat schon per SMS angefragt: Als sie noch beim FC Bayern spielte war sie schon meine Zimmergenossin. Da könnten wir alte Zeiten wieder aufleben lassen.

Damit ist die Frage, wen Du im Nationalteam kennst ja auch schon fast beantwortet.
Gut, die ehemaligen Mitspielerinnen und Torwartkolleginnen kenne ich natürlich besonders gut. Aber mittlerweile kenne ich alle aus dem Team.

Alle anderen Mitspielerinnen haben mindestens 10 A-Länderspiele und unzählige Berufungen in Nachwuchsteams. Du bis Neuling und hast noch nie den Adler auf der Brust getragen. Was ist das für ein Gefühl?
Das ist irgendwie ein "jein"-Gefühl. Einerseits kenne ich das Nationalteam und besonders ein großes Turnier nur aus dem Fernsehen. Es ist nach wie vor ein "reinschnuppern" in die Sache. Aber ausnahmslos alle sind sehr nett und machen mir die Situation leicht.

Wie ist die EM mit Deinem Beruf vereinbar?
Ich bin mit meinem Medizinstudium soweit, das ich das unter einen Hut bekomme. Mein Ziel ist es, im Sommer 2007 meine Doktorarbeit abzuschließen.

Lange Jahre warst Du im Schatten der schweizer Nationaltorhüterin Ka Lehmann, der heutigen Potsdammer Nummer 1 Nadine Angerer oder Christine Franckes. Was hat Dich sportlich da am Leben gehalten? Warum hast Du den Verein nicht gewechselt?

Meistens war nur eine andere vor mir. Und mit der 2.Mannschaft des FCB spielte ich auch in der zweithöchsten deutschen Klasse, der damaligen Regionalliga. Da war es sogar gut, immer spielen zu können, statt als Ersatztorfrau auf der Bank der 1.Mannschaft zu sitzen. Ein Vereinswechsel kam nicht in Frage: Als Nummer zwei vom FC Bayern zu einem anderen Bundesligisten zu kommen, hätte meine Chancen auf die Bundesliga auch nicht verbessert. Zurück zu Wacker München wollte ich auch nicht. Daher bestand nur die Wahl zwischen FCB und Aufhören.

Zu Beginn der Saison hatte der FCB mit dir und der neu hinzugekommenen österreichischen Nationaltorhüterin Birgit Leitner zwei Torfrauen. Wie war diese Situation?
Birgit und ich starteten beide mit den gleichen Chancen. Sie war neu und ich die letztjährige Nummer zwei. Das war am Anfang keineswegs klar, wer die Stammtorhüterin werden wird.

Was war entscheidend für Deine Leistungssteigerung?

Der Grund hat einen eindeutigen Namen: Peter Kargus (Torwarttrainer, Anm. d.Red.). Ohne ihn wäre ich sicher nicht da, wo ich nun bin. Er ist ein so positiver Typ und überzeugt durch sein Wissen. Hinzu kommt auch das Bewusstsein, die Nummer 1 im Bayern-Tor zu sein. Dass man sich auch einen Fehler erlauben kann und nicht sofort den Stammplatz verliert.

Was sind Deine Erwartungen an die EM?
Ich will einfach dabei sein. Ich bin tierisch begeistert und will mir das einfach mal anschauen. Es ist sicher auch interessant für Deutschland dabei zu sein, das immer ein Favorit ist.

Gibt es einen speziellen Torhüter-Spleen von Uli Schmetz?

Nein. Höchstens meine Handschuhe. Da darf sich keiner draufsetzen, das gäbe richtig Ärger!

Vielen Dank, Uli. Bleib gesund!


Das Interview führte Bernhard Kux

zum Steckbrief von Uli Schmetz

Interview mit Uli im September 2004


Uli Schmetz
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zum Steckbrief