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Deutscher Fußballbund
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Interviews > 19.1.2006

Corinna Paukner
Von ganz unten nach ganz oben:
Als die Neuzugänge der FC Bayern München Fussballerinnen zur neuen Saison 2005/6 bekannt gegeben wurden, war der Name Corinna Paukner vom SC Zwiesel dabei. Kaum einer hatte sie auf der Rechnung, dennoch schaffte sie den Sprung ins Team. Zuletzt brach sie mit einem Tor sogar den Bann beim Pokalspiel in Crailsheim: fcbayern-frauenfussball.de sprach mit ihr über den Sprung von ganz unten nach ganz oben.

Corinna PauknerWo hast Du vor dieser Saison gespielt?
Corinna Paukner: Beim SC Zwiesel in der Bezirksoberliga. Das ist die zweitniedrigste Liga, darunter kommt nur noch die Bezirksliga. Wobei ich mit einer Sondergenehmigung zuvor lange bei den Jungs mitgespielt hatte, da wir beim SC Zwiesel keine Frauenmannschaft hatten. Erst vor zwei Jahren haben wir die gegründet und sind auch sofort aus der Bezirksliga in die Bezirksoberliga aufgestiegen.

Wie ist das, bei Jungs mitkicken?
Organisatorisch war es kein Problem: Umgezogen und geduscht habe ich mich meistens in der Schiedsrichterkabine. Und beim Spiel mit den Jungs bekommt man eine gewisse Härte.

Wer hat Dich entdeckt? Wie kamst Du zum FCB?
Ich war bis vor Kurzem beim Bundesgrenzschutz angestellt, dort spielte ich auch immer Fussball mit. Mein Gruppenführer mailte Sissy Raith an und fragte nach einem Probetraining. Zunächst machte ich ein Probetraining bei der 2.Mannschaft. Offenbar klappte das so gut dass ein weiteres Training bei der 1.Mannschaft folgte und ich Sissy überzeugen konnte. Heute arbeite ich beim Polizeipräsidium in München.

Wie bringst Du Fussball und Arbeit unter einen Hut?
Das geht, die Woche besteht aber nur aus Arbeiten, Essen, Fussballspielen und Schlafen.

Kanntest Du vorher schon jemanden beim FCB?
Ja, Angelika Seidl kannte ich aus der U15-Bayernauswahl.

Plötzlich spielst Du gegen Weltmeisterinnen. Was ist das für ein Gefühl?
Ich kenne die Nationalspielerinnen gar nicht, ich habe die Erfolge des Nationalteams nicht so intensiv wahrgenommen. Einzig Birgit Prinz war mir ein Begriff. Zum Beispiel kannte ich keine der Potsdamerinnen gegen die wir im Dezember spielten. Die anderen Bundesligaspielerinnen können zwar einiges besser als meine früheren Gegnerinnen, aber letztlich sind es auch nur Menschen. Einerseits gehe ich da ganz unbelastet und respektlos in die Spiele, andererseits lerne ich gerade noch viel dazu.

Wie ist Deine Bilanz für das Jahr 2005?
Ich verstehe es selber noch nicht so ganz, dass mir dieser Sprung gelungen ist.

Was sind Deine Ziele für 2006?
In der Mannschaft und gesund zu bleiben.

Interview: Bernhard Kux