Spielbericht DFB Pokal
FC Bayern München - 1. FFC Frankfurt 0:1 (0:0)
Bereits mit dem Anpfiff gingen beide Mannschaften voll zur Sache.
Ein Kampf auf Biegen und Brechen.
Der FC Bayern hatte die erste Großchance, aber Nina Aigner
verzog aus wenigen Metern.
Frankfurt konterte und hatte kurz später eine gute Möglichkeit.
Sonja Spieler reklamierte auf Abseits, blieb stehen und die daraus
resultierende Flanke verschoss Renate Lingor freistehend vorbei
am Torpfosten. Es entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel mit
leichten Feldvorteilen unserer Mannschaft. Kim Rogers drang alleine
in den Frankfurter Strafraum ein, aber ihr Schußversuch
war nur eine bessere, halbhohe Rückgabe. Keine der beiden
Teams konnten sich enscheidend in Szene setzen, die
Frankfurter Weltmeisterinnen kamen nicht zur Entfaltung, was sich
natürlich auch auf unsere Angriffversuche auswirkte. Die
Gäste sahen sich einem offenen Schlagabtausch gegenüber
und konnten selbst nur reagieren. Unverständlich die Aussage
im regionalen BR Fernsehen, dass es in den ersten 45 Minuten "ein
schwaches Spiel" gab.
Die Zuschauer kamen nicht nur in der ersten Hälfte auf ihre
Kosten, denn Frankfurt konnte auch nach dem Wechsel wieder nur
so gut spielen, wie es die Bayernmädels zuliessen. Für
viele überraschend, wie sich die Münchnerinnen gegen
die scheinbare Übermacht vom Main durchsetzte. Johanna Loistl
meldete Birgit Prinz völlig ab und den Rest erledigte die
erstmals wieder eingesetzte Sandra De Pol gewohnt in überragender
Manier. Man sah wenig von Renate Lingor, Pia Wunderlich oder Nia
Künzer.
Selbst die 5. Weltmeisterin im Team des FFC, Sandra Minnert, half
sich oft nur mit weiten Befreiungsschlägen. Eigentlich lief
alles nach Wunsch. Unsere Mädels gewannen die wichtigsten
Zweikämpfe. Die gut aufgelegte Nina Aigner hämmerte
den Ball an die Querlatte des Frankfurter Tores und Gerti Stallinger
köpfte um Zentimeter am Kasten der 111 fachen holländischen
Nationaltorfrau Marleen Wissink vorbei.
Die laufstarken Katja Illenberger und Kim Rogers kamen einige
Male in den gegnerischen Strafraum zu Möglichkeiten, hatten
aber nicht die Nerven im Abschluß.
Nach einem starken Dribbling von der glänzend spielenden
Tanja Wörle, zog ihre Gegnerin knapp an der Strafraumlinie
die Notbremse. Der anschließende Freistoß wurde für
die Torfrau eine leichte Beute.
Die letzten fünf Minuten begannen mit einem Paukenschlag.
Claudia Kierner verletzte sich, ohne gegnerische Einwirkung von
Renate Lingor, so schwer am Knie und blieb darauf endlos lange
vor dem eigenen Strafraum liegen, ohne daß die Schiedsichterin
eingriff. Selbst nach einem zwichenzeitlich klaren Foul von Tina
Wunderlich an Katharina Grießemer ließ die Unparteiische
weiterspielen. Der Ball kam wieder zu Lingor, sie flankte über
die verletzt noch liegende hinweg. Das Anspiel wurde zwar von
Birgit Prinz nicht verwertet, denn Sabina Loderer konnte gerade
noch klären, doch den Abpraller nahmen die Frankfurterinnen
auf, liefen zur Grundlinie und flankten wieder in den Strafraum.
Die Flanke kam zu Louise Hansen und die Dänin jagte den Ball
aus wenigen Metern vehement in die Maschen. Claudia Kierner lag
immer noch regungslos am Boden, alles im Blickfeld der Schiedsrichterin
Rebecca Kirchner. Erst nach dem Treffer gestattete sie die Behandlung
der immer noch Regungslosen, die schwer unter Schock stand und
die noch in der Kabine dachte, das Spiel ging in die Verlängerung.
Die Extrazeit wurde aber nicht erreicht, denn ein aussichtsreicher
Freistoß von Sonja Spieler verpuffte harmlos. 90 Minuten
Powerfußball waren zu Ende.
Trotz großartiger Leistung meiner Mädels, war das Glück
auf Seite der Frankfurterinnen. Wie wir aber den amtierenden Meister
UEFA Cup-und Pokalsieger am Rande einer Niederlage hatten wird
noch lange Gesprächsstoff bieten. Besser gings leider nicht!
Verfasser: Peter König